A HOLE IN THE HEAD
/ DIERA V HLAVE


Dokumentarfilm, Slowakei/ Tschechische Republik, 2016
92 min, DCP, Farbe
Premiere: Jihlava International Documentary Film Festival, 2016


Eine kleine Kunstgalerie irgendwo in Serbien, in der ausschließlich Werke von Roma ausgestellt werden. Ist Clinton nicht auch ein Roma? Da ist sich die Galeristin nicht so sicher. Aber Antonio Banderas sei Roma, auch Yul Brynner. Sie wagten es nur nicht, sich öffentlich dazu zu bekennen. Diese rührende Szene kultureller Selbstvergewisserung ist Teil einer Erzählung über den Holocaust an den Roma, der weitgehend aus dem europäischen Gedächtnis getilgt ist und dessen Spuren der Regisseur akribisch nachgeht. Ein Film gegen das Vergessen.

Wir lernen Menschen aus Frankreich, Serbien, Deutschland, Tschechien und Polen kennen, die als Kinder in die Fänge der Mordmaschine der Nazis gerieten. Rita war keine drei Wochen alt, als SS-Ärzte in einem Würzburger Krankenhaus grauenhafte Experimente an ihr vornahmen. Ihre Zwillingsschwester starb, sie überlebte mit einem „Loch im Kopf“. Raymond, ein 90-jähriger, extrem wacher Rom, erinnert daran, dass es die französische Gendarmerie war, die sie damals zusammentrieb, nicht die Deutschen. Heute dringt die gleiche Polizei ohne Durchsuchungsbeschluss in seinen Wohnwagen ein und verhaftet drei seiner Söhne, weil sie ihm zu Hilfe kamen. Was hat sich also geändert? Eine Frage, die sich an jeder Station dieser Reise des Gedenkens neu stellt und uns zwingt, Stellung zu beziehen und ideologischen Müll zu entsorgen.


Stab

Buch & Regie: Robert Kirchhoff
Kamera: Juraj Chlpík
Schnitt: Jan Daňhel
Musik: Miroslav Tóth
Ton: Václav Flégl
Produktion: 
Barbara Janišová Feglová
Produktionsleiterin Deutschland: 
Jana Cisar


Medien

Trailer
Website
Pressemappe (english)


Auszeichnungen

Nominierung für MDR-Filmpreis, 2016


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